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-Für eine bessere Zusammenarbeit unterschiedlichster Institutionen und Initiativen,
insbesondere in mittel- und osteuropäischen Metropolen- |
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Archiv ab Herbst 2003 |
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BERLINER BRIEFE
Ausgabe 53 / Oktober - November 2003 Die Fachforen Eine Welt und Verkehr/Mobilität des Agendaforums Berlin und das Bildungswerk Berlin der Heinrich-Böll-Stiftung haben in Zusammenarbeit mit den Abteilungen Verkehr und Auslandsbeziehungen der Stadtverwaltung Prag einen Workshop zum Thema "Fragen des Verkehrs in mitteleuropäischen Metropolen und Lokale Agenda 21" durchgeführt. Auf Einladung des Magistrats der Stadt Prag reisten 10 Verkehrsexperten und Agendaakteure aus Berlin vom 11.-14. September nach Prag, um gemeinsam mit Mitarbeitern der Prager Verkehrsabteilung und Prager NGO über technische Fragen des Verkehrs sowie über strategische Planungen und Möglichkeiten der Bürgerbeteiligung zu diskutieren. Ausweg: Nachhaltige Mobilitätserziehung Nach einem Informations- und Erfahrungsaustausch, bei dem über ÖPNV, Verkehrssicherheit und Ampelregelungen sowie Taxibetriebe in beiden Städten berichtet wurde, gab es Fachgespräche über die zukünftige Entwicklung des Verkehrs. Modal split und Verkehrsentwicklungsplanung sowie Bürgerbeteiligung und Lokale Agenda 21 hießen dabei die Diskussionsthemen. Auf Vorschlag der Berliner Organisatoren wurden außerdem die Möglichkeiten einer nachhaltigen Mobilitätserziehung vorgestellt. Das vom Niedersächsischen Landesinstitut für Schulentwicklung und Bildung erarbeitete und in Prag präsentierte Curriculum Mobilität ersetzt in Niedersachsen die herkömmliche Verkehrserziehung und integriert die Erziehung zu einem gesellschaftlich verantwortlichen Mobilitätsverhalten in die schulische Praxis (www.curriculum-mobilitaet.de). Bei einem Besuch im Verkehrsmuseum Prag-Stresovice konnten die Teilnehmer historische Verkehrsmittel bewundern, wie z. B. Oberleitungsbusse, die von 1936-1972 in Prag eingesetzt wurden. Abschließend trafen die Berliner Teilnehmer Akteure Prager NGO, die über ihre Arbeit berichteten. Es wurden die umfangreichen Projekte von "Greenways" (www. ecn.cz/greenways) vorgestellt, die einerseits versuchen, das innerstädtische Radwegenetz in Prag zu verbessern und sich andererseits für durchgehende Fernverbindungen einsetzen . Außerdem wurde vom Dachverband der Prager Bürgerinitiativen (www. sospraha.cz), dem ca. 60 Mitgliedsorganisationen angehören, eine eigene Untersuchung der städtischen Verkehrsstrategieplanung vorgestellt. Einen Gegenbesuch der Prager Kollegen wird es auf Einladung des Bildungswerkes Berlin der Heinrich-Böll-Stiftung im November des Jahres geben. Ulrich Nowikow; Agendaforum Berlin, Fachforum Eine Welt ; Nowikow@mobilocal21.org Quelle: www.grueneliga.de/berlin/informieren/berliner_briefe/archiv_2003.html |
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![]() Teilnehmer des ersten Workshops "Verkehr und Lokale Agenda 21" im Verkehrsmuseum Prag-Stresovice. Fotos: Christian Kölling |
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| NEUKÖLLNER
STACHEL Ausgabe November 2003 |
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Berlin - Prag : So läuft das
mit den Blechlawinen,
Neuköllner Agenda-Aktivisten besuchten Verkehrs-Initiativen in Tschechien Trotz "Größenunterschieden": Die Probleme sind die gleichen - ob in Berlin oder in Prag, der Hauptstadt der Tschechischen Republik, demnächst Mitglied der Europäischen Union. Grund genug, die Zusammenarbeit und den Erfahrungsaustausch künftig zu intensivieren. Wie man in Prag mit Blechlawinen um- und auch andere Verkehrsprobleme angeht, davon machten sich Neuköllner Verkehrspolitiker nun selbst vor Ort ein Bild. Auf tschechischer Seite nahmen an den Treffen zahlreiche Mitarbeiter der städtischen Verkehrsbehörden und einige Mitglieder von Verkehrsinitiativen teil. Unter den zehn anwesenden Agenda-Aktiven aus Berlin waren Norbert Rheinlaender, als Gründer der "BI Westtangente" in den 70er Jahren ein Verkehrsveteran der ersten Stunde, Christian Kölling, Koordinator des Agenda-Forums Neukölln, und Nora Lechner vom Heimatmuseum Neukölln dabei. Seit der samtenen Revolution 1989 hat sich der Fahrzeugbestand in Prag nahezu verdoppelt: auf je 1000 Einwohner kommen heute 673 Autos. Die tschechische Metropole ist damit "Spitzenreiter" in Europa. Die Stadtverwaltung will darauf vorallem mit zwei Autobahnringen reagieren, aber auch mit mehr u- und Regionalbahn-Strecken, Ampelvorrang für Straßenbahnen, Parkraumbewirtschaftung und andere Maßnahmen. Dies erläuterte Libor Sima bei einem im September in der Berliner Partnerstadt veranstalteten deutsch-tschechischen Verkehrsworkshop. Trotz der Förderung auch umweltverträglicher Verkehrsarten hielt Michaela Valentova von "SOS Praha", einem Zusammenschluss von etwa sechzig Umweltgruppen, die offizielle Verkehrspolitik für autolastig und stadtunverträglich. Außerdem seien große Verkehrsbauprojekte problematisch, da sie viel öffentliches Geld verschlängen und die notorische Korruption begünstigten. Verschiedene Vertreter von Bürgerinitiativen beklagten das gespannte Verhältnis zu Verwaltung und offizieller Politik. Sie würden kaum in Gremien gehört oder unterstützt; allein die "Prager Mütter" erhielten einmalig finanzielle Hilfe für ein Projekt zur Schulwegsicherung. Der frühere Prager Oberbürgermeister Jan Kasl schimpfte bei der Eröffnung eines Autobahnabschnittes dessen Gegner sogar "Ökoterroristen". Allerdings mussten die Berliner einräumen, dass auch jahrzehntelange Umweltbewegung und Bürgereinfluss nicht verhindert hätten, dass immer noch vierzig Prozent der Wege in der Spreekapitale per PKW zurückgelegt werden - gegenüber rund dreißig Prozent in der Moldau Metropole. Auf einem andere Gebiet schneidet die tschechische Hauptstadt fraglos negativ ab: Jährlich sterben rund achtzig Prager im Straßebverkehr. Berlin hat zwar ähnlich viele Opfer zu beklagen, das aber bei einer dreifachen Einwohnerzahl und weit mehr Verkehr. Mit dem Fahrrad ist kaum ein Prager unterwegs; das liegt aber nicht nur am dichten Autoverkehr, sondern auch an der hügeligen Landschaft und manchen Pflasterstraßen. Manfred Herrmann |
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