Für eine bessere Zusammenarbeit unterschiedlichster Institutionen und Initiativen,
insbesondere in mittel- und osteuropäischen Metropolen
Berlin, 26.05. /27.05.2006

Mobilität: sicher und nachhaltig - eine Utopie?

Der frisch eröffnete Hauptbahnhof / Lehrter Bahnhof im Praxistest: Teilnehmer der Mobilocal21-Konferenz nutzen nach der ADFC-Sternfahrt die Fahrradmitnahme der Bahn für die Heimfahrt.
Pressemitteilung
30.05.2006

Initiativen aus Wroclaw, Prag und Berlin planen Beteiligung bei
Europäischer Woche der Mobilität im September 2006

Polnischer Umweltverband PKE lädt Mobilocal21 im September nach Wroclaw ein / Prager Stadtverwaltung richtet Straßenfest an der Karlsbrücke zum Autofreien Tag am 16.9. aus.

Das Europäische Netzwerk Mobilität und Lokale Agenda 21 e.V. (kurz:Mobilocal21) hat am vergangenen Wochenende erfolgreich die Konferenz "Mobilität: sicher und nachhaltig - eine Utopie ?" im Roten Rathaus in Berlin durchgeführt.

TeilnehmerInnen aus Prag und Wroclaw trafen mit VertreterInnen des VCD-Deutschland und des ADFC-Berlin zusammen. Für den VCD-Bundesverband stellte Frauke Spottka die "Vision Zero - Null Verkehrstote" als neuen Ansatz der Verkehrssicherheitspolitik vor. Das Konzept ist in Schweden und der Schweiz zum offiziellen Programm geworden. Es steht nicht im Widerspruch zu den Vorgaben der EU-Kommission, die verlangen dass bis 2010 in jedem einzelnen Mitgliedsstaat der EU die Zahl tödlicher Verkehrsunfälle um 50% reduziert werden muss. Auch Autobauer und Zulieferer unterstützen diese Forderung der Europäischen Charta für Straßenverkehrssicherheit.

Für den ADFC-Berlin erläuterte Alexander Hunger am zweiten Tagungstag aus welchen Gründen die Fahrradsternfahrt "Berlin fährt Rad - Respekt für Radler" zum europaweit beachtete Großereignis geworden ist. Die Demonstration ist inzwischen so populär geworden, dass auch Teilnehmer aus benachbarten Regionen gerne zu diesem Ereignis nach Berlin kommen.

Michaela Valentova vom Dachverband Prager Bürgerinitiativen SOS Praha berichtete über Umweltbelastungen durch ausufernden PKW-Verkehr und forcierten Autobahnbau in der Moldaumetropole. Als gutes Beispiel konnte sie das Kunst- und Kulturprojekt "Auto*Mat" vorstellen. Mit phantasievollen und spektakulären Inszenierung, bei denen Engelskostüme und andere Requisiten eingesetzt werden, wirbt "Auto*Mat" für Verkehrssicherheit und bereichert die monatlichen Raddemonstrationen in der Stadt.

Radek Lesisz von der Niederschlesischen Stiftung für Umwelt und Mitglied der Fahrrad-Koaltion Wroclaw präsentierte Konzepte für nachhaltigen Fahrrad-Tourismus. Besonders in landschaftlich reizvollen Gegenden wird augenblicklich ein weitverzweigten Radfernwegenetz aufgebaut, dass auch in grenzüberschreitende europäische Planungen eingebunden ist.

Mobilocal21 führt den Dialog mit umweltfreundlichen Verkehrsinitiativen aus Mittel- und Osteuropa fort. Die nächste Gelegenheit wird hierfür die Europäische Woche der Mobilität im Herbst 2006 sein. Der polnische Umweltverband PKE hat Mobilocal21 bereits für den September 2006 nach Wroclaw eingeladen. Die Stadt Prag richtet an der Karlsbrücke zum Autofreien Sonntag am 16.9. wieder ein Straßenfest unter dem Motto "In die Stadt ohne mein Auto" aus.

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